
Vom Sieg ihrer Mannschaft am 15. Februar beflügelt, hatten die Anhänger des Grenobler Fußballclubs keine rechte Zeit sich der Beleuchtung ihres neuen Stadions zu widmen. Trotzdem ist die Beleuchtung des Alpenstadions “Stade des Alpes” überraschend gut gelungen, besonders wenn man die anfänglichen Schwierigkeiten betrachtet.
“Direkt im Stadtzentrum liegend, ist diese Sportanlage von den Ausmaßen so begrenzt wie möglich gehalten worden. Letztendlich beträgt die Höhe lediglich 23m anstatt der sonst üblichen 30m von Stadien mit gleicher Kapazität. Dieses hat ernste Probleme für die "Schußecken" verursacht” unterstreicht Michel Pieroni, Direktor der Agentur Aartill für die lichttechnische Beratung, Verantwortlicher des Projektes.
Um jede Form von Blendung zu vermeiden geben die Vorschriften beim Fußball eine Neigung
der optischen Achse der Leuchten von weniger oder gleich 70 Grad im Verhältnis zur Vertikalen vor.
Bei der eingeschränkten Höhe von 23m war es praktisch unmöglich, das ganze Feld optimal zu beleuchten. Aartill hat daher auf ein anderes Konzept gesetzt, die größte Zahl der Leuchten wurde mehr als einen Meter oberhalb des Daches installiert. Neben dem Sichtkomfort der Zuschauer
muß die elektrische Beleuchtung auch die speziellen Vorschriften des Profi-Fußballbundes berücksichtigen, die ein Minimum von 1500 Lux auf der Spielfläche bei Fernsehaufnahmen verlangt. Nach einer anfänglichen Planung von 170 Leuchten mit 2000W, haben die eingeschränkten finanziellen Mittel für das Projekt Aartill gezwungen ihre Planung zu überarbeiten. Alles löste sich optimal mit dem Einsatz von 136 Leuchten von SBP, die es auf 100 Lux mehr als die Mindestvorgabe brachten und gleichzeitig das Budget um ca. 20% senkten. "Diese Leuchten sind mit Osram HQI-TS Entladungslampen ausgerüstet, die bereits in den Stadien der Fußballweltmeisterschaft von 2002 in Korea und Japan eingesetzt worden sind. Sie sind ausgezeichnet.” sagt Pieroni.
Diese Halogen-Metalldampflampen mit kurzem Entladungsbogen – um das Licht besser zu fokussieren – geben einen Lichtfluss von 200 000 Lumen ab, bei einer Farbtemperatur von 5900° K.

Unterschiedliche Beleuchtung.
Ein sehr viel wärmerer Farbton (3000° K) für die Beleuchtung der Stufen, charakterisiert durch eine
aus Sicherheitsgründen unerläßliche, fast sofortige Zündung der 1500W Halogenlampen. Die 1000W Halogen-Scandiumdampflampen sind viel effizienter, aber langsamer beim Anschalten und könnten mit dem Farbton der Halogenglühlampen vertauscht werden. <<Es ist der beste Kompromiss zwischen Lichtausbeute und Effizienz>> sagt erneut Pieroni. In den Innenbereichen hat Pieroni die Un-Gleichförmigkeit gewählt, indem er einerseits 120W Kompaktleuchtstofflampen mit warmem Farbton und andererseits 70W oder 150W Halogen-Metalldampflampen mit Keramikbrenner verwendet. Eine miteinander harmonierende und entspannende Beleuchtung, ganz anders als die, die man normalerweise in Sportanlagen vorfindet. Insgesamt vier Jahre Arbeit, davon zwei für die Planung.
Um Früchte zu tragen und die Freude der Zuschauer komplett zu machen, fehlt nur noch der Aufstieg der Spieler in Blau in die erste Liga….
(extracted by “Le Moniteur” – 04/04/2008 – by Jean-Charles Guezel )